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Ethikunterricht an der Frauengasse 08-04-2019

Am 4.4.2019 besuchte ein Kamerateam des ORF das BG/BRG Frauengasse, um Mag. Georg Platzer, der schon seit zehn Jahren Ethik, welches Fach als Schulversuch als Alternative zum konfessionellen Religionsunterricht angeboten wird, unterrichtet, zu begegnen. Das Kamerateam zeichnete eine Unterrichtsstunde, die mit der 7A/B gestaltet wurde, auf, welche mit dem Interview von Mag. Platzer und einzelnen Schüler/innen in der Sendung „Kulturmontag“ am 15.4. ausgestrahlt wird. Die Stimmung während der Reportage war gut und zeigte, dass der Ethikunterricht bei den Schüler/innen sehr viel Interesse weckt und Spaß macht.          

 

Interview des ORF-Teams mit Mag. Georg Platzer:

 

Wie wird der Ethikunterricht an Ihrer Schule angenommen?

Der Ethikunterricht wird bei uns sehr gut angenommen. Die Auseinandersetzung mit Ethik, mit Philosophie und mit Weltanschauung ist für junge Leute attraktiv - davon bin ich überzeugt. Die Jugendlichen wollen Stellung beziehen zu den großen und kleinen Problemen der Ethik. Der Ethikunterricht kann den Rahmen bilden, um diesem Bedürfnis gerecht zu werden“

 

Welche Themen interessieren die Jugendlichen besonders?

„In der Regel sind die Jugendlichen besonders an Themen aus dem Bereich der angewandten Ethik interessiert, wie zum Beispiel Medizinethik, Bioethik, Wirtschaftsethik oder Technikethik. Die mit diesen Problembereichen verbundenen Fragen und Probleme fordern die Schülerinnen und Schüler heraus. Sie sind angehalten, ihre eigene Position zu entwickeln und diese vernünftig begründen zu können. Dazu braucht es natürlich einiges an Hintergrundwissen aus den verschiedensten Bereichen – auch darum geht es im Ethikunterricht.“

 

Warum brauchen wir im Jahr 2019 einen Ethikunterricht?

„Der schulische Ethik- und Philosophieunterricht bietet Raum für grundlegende Bildungserfahrungen: Die Auseinandersetzung mit ethischen Konzepten, mit Fragen der Gerechtigkeit, der Wahrheit und des Glücks, dem Prüfen ethischer Normen, und dem Reflektieren auf Mensch, Umwelt und Natur kann Heranwachsende in besonderer Weise formen und prägen. Außerdem glaube ich, dass jede Gesellschaft nur gewinnen kann, wenn sie sich um die moralische Mündigkeit und Selbstbestimmtheit ihrer Heranwachsenden sorgt.“

 

Was halten Sie vom Plan Fassmanns, den Ethikunterricht als Alternative zum Pflichtfach Religion einzuführen?

 

Ganz unabhängig von dieser Regelung – Ich finde den Gedanken sehr reizvoll, den Schülerinnen und Schülern einen gemeinsamen Raum für die Auseinandersetzung mit ethischen Fragen zu bieten. Diese Generation an jungen Menschen wächst in einer hochkomplexen und hochtechnisierten Welt auf, die ihnen Einiges abverlangen wird – eben auch in Sachen Ethik; und sie werden sich die Regeln ihres Zusammenlebens ausmachen müssen. Warum dann nicht diesen Prozess schon gemeinsam im Klassenverband in der Schule erproben? Also ich fände das sehr reizvoll.

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